Von Taschenfalten und Karatetraining

Schülerinnen der Berufsfachschule für Logopädie präsentierten ihre Studienarbeiten

Singen mit Taschenfalten? Karate als Sprechtraining? Die Reise nach Aphasien? Schon diese Begriffe zeigten die Kreativität, mit der die Schülerinnen der Berufsfachschule für Logopädie am EKA ihre Studienarbeiten anpackten. Eine nützliche Eigenschaft in der heutigen Zeit, in der die Logopädie durch immer mehr seltene Erkrankungen, den demographischen Wandel und die Forderung nach besserer Vernetzung im Gesundheitswesen besonders herausgefordert ist, betonte Schulleiterin Corinna Lutz.

Die 17 Schülerinnen des Kurses 14 bewiesen, dass sie eine Menge an Wissen in ihrem Fach erworben haben und es individuell bei der Therapie ihrer Patienten einsetzen können. „Sie sind bestens gerüstet für weitere Studien“, lobte Corinna Lutz und hatte noch eine besondere Anerkennung: „Kaum ein Kurs vor Ihnen hat so selbstständig gearbeitet wie Sie.“

Die Präsentationen waren selbst für fachfremde Gäste kurzweilig. Das erste Schülerinnen-Team startete mit dem Hörbeispiel einer „Taschenfaltenstimme“: Diese Gesangstechnik verwenden Metal-, Gospel- oder Jazz-Sänger gerne, um ihrer Musik einen düsteren oder auch dämonischen Ausdruck zu verleihen. Aber auch in der Therapie kommt die Taschenfaltenstimme zum Einsatz, wenn etwa nach einer Kehlkopfoperation die normale Stimmerzeugung mit den Stimmlippen nicht mehr möglich ist. Ein Vergleich zweier Methoden führte zu dem Schluss, dass sie sich gut zum Nutzen von Patienten und auch Sängern ergänzen.

Mit einer kleinen Karatevorstellung zeigten zwei Schülerinnen, wie sie einen zehnjährigen Jungen mit Rhinophonolalie (Näseln) zum begeisterten Sprechtraining motivieren konnten: Karate war der Lieblingssport des Klienten, und Bewegungsabläufe aus Karate, Tai-Chi und Qi Gong unterstützen die Therapie dieser Störung. Für Dr. Thomas Wiesner, den ärztlichen Leiter der Schule, ein prima Erfolg: „Motivation ist in der Therapie alles!“

Mit dem Begriff „Reise nach Aphasien“ hatte die Ehefrau eines Aphasie-Patienten die Erfahrungen mit seiner Erkrankung der „Sprachlosigkeit“ infolge eines Schlaganfalls beschrieben. Drei Schülerinnen widmeten sich den Folgen dieser kommunikativen Störung unter dem Motto „Mehr als Worte“. Denn das gesamte Zusammenleben ist betroffen, weil Aphasiepatienten zum Beispiel Höflichkeit und Diplomatie aufgrund ihres eingeschränkten Sprachvermögens teilweise nicht umsetzen können.

Ebenfalls mit Aphasie beschäftigten sich zwei Schülerinnen, die eine Therapie mit selbst erstellten Logikrätseln entwickelt hatten. Die Rätsel fanden viel Anklang bei den Klienten und auch bei deren Therapeuten, die durchaus eine Verbesserung bei Merkfähigkeit und Konzentration der Patienten feststellten.

Weitere Themen dieses Kurses, die einen guten Eindruck von der Bandbreite der logopädischen Herausforderungen liefern: Die Therapie und Beratung von hörgeschädigten Kindern mit russischer Herkunft, in der kulturelle Aspekte beachtet werden müssen, um die Familien der Kinder – vor allem die Mütter – zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zu bewegen. Die Stigmatisierung Stotternder in der Gesellschaft und dessen Auswirkungen auf die Betroffenen, die sich eine bessere Aufklärung sowie eine vorurteilsfreie Darstellung Stotternder in den Medien wünschen, um selbstbewusster mit ihrem Stottern umgehen zu können. Und es wurde der Frage nachgegangen, ob durch das Studium alter Quellen Spuren des profunden Wissens und der Erfahrung der antiken Welt gefunden werden können, die sich auf die heutige Zeit abbilden lassen und die Methoden in der Stimmprophylaxe und Stimmtherapie ergänzen können.  

Zum Schluss nahmen die angehenden Logopädinnen erleichtert die Studienarbeitsurkunden entgegen. Die Präsentationen empfanden sie als einen wichtigen Meilenstein in ihrer dreijährigen Ausbildung: „Es war schön, die Arbeit vorzustellen und zu sagen: Das haben wir gemacht!“

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