Interkulturelle Kompetenz in der Logopädie in einer Welt der kulturellen Vielfalt

Inhalt des Seminars:

Deutschland ist längst ein Einwanderungsland. Zu den 15 Millionen Ausländern kamen seit 2015 zusätzlich ca. 1 Million neue Immigranten nach Deutschland. Unsere heutige Gesellschaft besteht aus Menschen aus unterschiedlichen Kulturen, mit unterschiedlichen Bildungsniveaus, unterschiedlichem Therapie- und Gesundheitsverständnis. Menschen aus anderen Kulturkreisen, Einstellungen und Glauben in Einklang mit unserer Kultur, unserem Schul- und Gesundheitssystem zu bringen, ist eine große Herausforderung für die Fachleute des Gesundheitswesens.

Die entstehenden Veränderungen beeinflussen bereits heute die Arbeit in der logopädischen Praxis und werden uns auch in den kommenden Jahrzehnten beschäftigen. Therapeuten sehen sich im Therapiealltag immer häufiger mit interkulturellen Fragen und Problemen konfrontiert, zu deren Bewältigung sie in der therapeutischen Ausbildung meist nur unzureichend vorbereitet werden. Deshalb ist die interkulturelle Sensibilisierung für alle Therapeuten unabdingbar. Bei interkultureller Logopädie denken viele Kollegen zuerst an Mehrsprachigkeit. Interkulturelle Logopädie beinhaltet jedoch wesentlich mehr. 

Es stellen sich folgende Fragen:

Was benötigt man, um sein Handlungsrepertoire entsprechend zu erweitern? Warum ist interkulturelle Kompetenz wichtig für die Logopädie / Sprachtherapie? Was ist nötig, um Familien, Kindern, Jugendlichen oder Patienten mit Immigrationshintergrund in der Logopädie / Sprachtherapie passende Angebote zu machen und ihnen chancengleiche Bedingungen für die Therapie bieten zu können? Welche Kompetenzen benötigen Logopäden / Sprachtherapeuten, um diese Ansprüche in der Praxis qualifiziert einlösen zu können?

Ziel dieser Fortbildung ist es einerseits, den teilnehmenden Logopäden /Sprachtherapeuten fundiertes Fachwissen über das Thema Kultur und Interkulturalität zu vermitteln und ihre Kompetenz zu fördern, mit den interkulturellen Herausforderungen des Therapiealltags umzugehen. Zudem werden den Teilnehmern umfangreiche Methoden und Materialien an die Hand gegeben, um das Thema Kultur und Interkulturalität in die Therapie zu integrieren. Ziel dieser Methoden ist es, alle Parteien für kulturelle Themen zu sensibilisieren und sie zu konstruktiver Konfliktlösung zu befähigen. Schwerpunkte bilden interkulturelle Problemstellungen in der Sprachtherapie und entsprechende Lösungsansätze. Allgemeine Theorien zur interkulturellen Kommunikation kommen hierbei ebenso zur Sprache wie kulturspezifische Besonderheiten und systemisches Handeln in der Elternberatung.

Referenten:

Ruth Ezeh, Ausbildung zur Logopädin in Hamburg, Examen 1999, Systemische Beraterin (HISW), zertifizierte Stottertherapeutin (ivs), bis 2007 als angestellte Logopädin tätig, seit 2007 in eigener Praxis. Freiberufliche Dozententätigkeit in Aus- und Fortbildungen für Therapeuten.

Chris Ezeh, geb. in Nigeria, BA Journalism & Mass Communication Journalist, seit 1990 in Deutschland, Ausbildung zum Krankenpfleger, 2004 Gründung von EuroAfricaMedia  Network, interkultureller Gesundheitsmediator und Kommunikationstrainer, Freiberufliche Dozententätigkeit in Aus- und Fortbildungen.

Termine

Samstag, 23. September 2017 von 9.00 – 16.30 Uhr
Sonntag, 24. September 2017 von 9.00 – 16.30 Uhr

Fortbildungspunkte: 16
Teilnehmerzahl: mindestens 16, höchstens 20
Kosten: 220,00 €
Anmeldeschluss: 11. September 2017

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